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MoinMoin Flensburg 46 2020

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SEITE 2 SG spielt ohne

SEITE 2 SG spielt ohne Fans gegen Melsungen Flensburg - 11. November 2020 - Seite 2 Keine Sitzungen des Seniorenbeirates Flensburg (mm) – Wegen der allgemeinen Infektionslage setzt der Seniorenbeirat Flensburg seine Sitzungen im November aus. Die nächste Sitzung findet statt am Donnerstag, dem 10. Dezember in der Zeit von 13 bis 16:30 Uhr in Zimmer 13.05 des Rathauses und ist wie immer öffentlich. Während der Einschränkungen durch Covid 19/Corona müssen sich Gäste vorab telefonisch unter 0461 55363 oder über jedes andere Mitglied des Seniorenbeirates anmelden. Flensburg (lip/mm) – Ungewöhnlich leise wird es in der „Hölle Nord“ zugehen, wenn die SG Flensburg-Handewitt am heutigen Mittwoch (19 Uhr) die MT Melsungen in der Handball-Bundesliga zu Gast hat. Das Spiel findet aufgrund des „Teil-Lockdowns“ ohne Zuschauer statt. Dabei könnte die SG, die mit 10:2 Punkten als Tabellendritter bislang gut gestartet ist, die Unterstützung der Fans gut gebrauchen: Denn mit nur Häfner und Shooter Julius Kühn wechselten schon in den letzten Jahren Richtung Kassel. Nun folgten Nationalkeeper Silvio Heinevetter und mit Timo Kastening ein zweiter National-Rechtsaußen. Ohne aktuellen DHB-Akteur kommt die Kreisläufer-Position aus. Dort konnte die MT mit der Verpflichtung des Isländers Arnar Freyr Arnarsson einen weiteren Top-Transfer. Hampus Wanne sucht die Lücke in der gegnerischen Deckung. Foto: Kirschner einem Punkt Rückstand lauert Melsungen direkt hinter der SG auf Rang vier. Dass das Machulla-Team auch „Geisterspiele“ kann, bewies es allerdings gleich zum Saisonauftakt in der Champions League gegen KS Vive Kielce, wo am Ende ein 31:30-Sieg zu Buche stand. Gegen Melsungen, die weiter in die Spitzengruppe vorrücken wollen, dürften die Flensburger ähnlich stark gefordert werden. Um die Ziele zu erreichen wurde das Team des erfahren Trainers Gudmundur Gudmundsson noch einmal verstärkt. Am kommenden Sonnabend erleben die Nordhessen eine Premiere. Sie spielen gegen den SC Magdeburg – und die ARD zeigt die Melsunger erstmals in einem Punktspiel bundesweit „live“ im Free- TV. Vermutlich auch, weil viele von der „MT Deutschland“ sprechen. Kapitän Finn Lemke, Rechtsaußen Tobias Reichmann, Linkshänder Kai Impressum Herausgeber/Verlagshaus: Kopp & Thomas Verlag GmbH Am Friedenshügel 2, 24941 Flensburg Postfach 22 65, 24912 Flensburg Telefon: 0461 588-0, Telefax: 0461 588-58 E-Mail: ktv-verlag@moinmoin.de www.moinmoin.de Private Kleinanzeigen-Annahme: 0461 588-8 Verteilung: Telefon: 0461 588-0 Telefax: 0461 588-9400 Lokal-Redaktion: Flensburg: Alice Krumrey (verantw.) Telefon: 0461 588-300 E-Mail: krumrey@moinmoin.de Michael Philippsen (verantw.) Telefon: 0461 588-301 E-Mail: philippsen@moinmoin.de Sonderthemen/-produkte: Nicola Jahn (verantw.) Telefon: 0461 588-303 E-Mail: jahn@moinmoin.de Telefax: 0461 5889303, E-Mail: redaktion@moinmoin.de Schleswig/Angeln: Alice Krumrey (verantw.) Telefon: 04621 9641-18 Telefax: 04621 96419718, E-Mail: sl-redaktion@moinmoin.de Südtondern: Stefan Jonas (verantw.) Telefon: 04841 8356-77 E-Mail: jonas@moinmoin.de Vertrieb: Annette Düring Telefon: 0461 588-400 vertrieb@moinmoin.de Geschäftsführung: Mathias Kordts (v.i.S.d.P.) Druckauflage Flensburg................ 78.800 Expl. Südtondern .............. 16.200 Expl. Schleswig/Angeln......37.600 Expl. Gesamt .................. 132.600 Expl. Nachdruck oder Vervielfältigungen nur mit Genehmigung des Verlages. Anzeigenentwürfe des Verlages sind urheberrechtlich geschützt. Keine Gewährleistung für die Richtigkeit telefonisch und digital übermittelter Anzeigen, Änderungen oder Druckfehler. Anzeigeninhalte in der Verantwortung der Auftraggeber. Keine Gewähr für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos. Die Verteilung erfolgt kostenlos an alle erreichbaren Haushalte im Verbreitungsgebiet. Ein Anspruch auf Belieferung besteht nicht. Anzeigen-Preisliste Nr. 43 vom 1.1.2020. Handelsregister Flensburg HRB 703.

Von Minderheiten lernen Oeversee (mm) – In der Europäischen Akademie Sankelmark hat das „Minderheiten-Kompetenz Netzwerk Schleswig-Holstein/Süddänemark“ seine Arbeit aufgenommen. Ziel des Netzwerks ist es, das Verständnis für nationale autochthone Minderheiten und Volksgruppen sowie ihre Sprache und Kultur zu fördern. Das Netzwerk führt Veranstaltungen für Menschen aus dem In- und Helen Christiansen, Koordinatorin des Minderheiten-Kompetenz- Netzwerks Foto: Friesenrat Ausland durch, bei denen Erfahrungen aus dem Verhältnis von Minderheiten und Mehrheiten in Schleswig- Holstein und Süddänemark als Positivbeispiele vermittelt werden. „Man kann von den Minderheiten des deutsch-dänischen Grenzlands lernen“, sagt Christian Pletzing, Direktor des Akademiezentrums Sankelmark, „wie man den Weg vom Konflikt zu einer gegenseitigen kulturellen Bereicherung zurücklegen kann“. Koordiniert wird das Netzwerk von der Nordfriesin Helen Christiansen, die aus Berlin nach Sankelmark wechselt. Sie ergänzt: „Die positiven Erfahrungen des Grenzlands möchten wir Menschen aus anderen europäischen Grenzregionen vermitteln“. Gefördert werden die Aktivitäten des Netzwerks durch das Land Schleswig-Holstein. Eine erste Veranstaltung ist bereits für Dezember 2020 geplant. Berufliche Veränderungen Schafflund (mm) – Am Montag, dem 16. November bietet Katharina Petersen von der Beratungsstelle FRAU & BE- RUF in Kooperation mit dem Familienzentrum in Schafflund ein kostenfreies und vertrauliches Gespräch für Frauen, die den beruflichen Wiedereinstieg nach einer Familienphase oder berufliche Veränderungen planen, an. Frauen können sich unter Einhaltung der geltenden Abstands- u. Hygieneregeln in einem etwa einstündigen Gespräch im Bürger_innenhaus in Schafflund, Mühlendamm 2 zu diesen und weiteren beruflichen Fragen beraten lassen und individuelle Ziele und Lösungen erarbeiten. Eine Anmeldung ist erforderlich unter 0461 296 26 oder frau-beruf-fl@posteo.de. Auf Wunsch können Frauen selbstverständlich auch einen Termin an einem anderen Beratungsstandort vereinbaren. Kein Geld – keine Bestattung! Traurig blickt Manfred Müller auf das Foto seines verstorbenen Bruders Uwe. Glücksburg/Flensburg (lip) – Manfred Müller hatte die letzten zwei Jahre keinen Kontakt mehr zu seinem Bruder Uwe, der an der chronischen Lungenkrankheit COPD litt und in einer Flensburger Seniorenwohnanlage wohnte. „Wir waren etwas zerstritten“, sagt der 66-jährige Glücksburger. Am 25. August dieses Jahres starb Uwe. Vom Tod seines Bruders erfuhr der Rentner jedoch erste eine Woche später. Da er das einzige noch verbliebene Familienmitglied ist, sollte Manfred Müller für die Bestattungskosten aufkommen. „Aber das kann ich nicht. Ich lebe teilweise von Hartz4 und musste bereits eine Versicherung an Eides statt abgeben“, berichtet Müller. Auch das Erbe seines Bruders musste ablehnen, da dieser ebenfalls verschuldet war. Also wandte sich Manfred Müller zunächst an das Rathaus in Glücksburg, um dort zu erfahren, dass immer die Stadt zuständig ist, in der der Verstorbene zuletzt gewohnt hat – also Flensburg. Er stellte dort einen Antrag auf Sozialbestattung und reichte alle notwendigen Unterlagen im Rathaus ein. Alleine es passierte nichts. „Ich habe immer wieder nachgebohrt“, berichtet der Rentner und wurde vertröstet. Dann sollte er einen Kostenvoranschlag über vom Bestattungsunternehmen einreichen. Doch das reichte dem Sachbearbeiter nicht, der eine Quittung forderte. Tatsächlich stellte das Bestattungsunternehmen diese aus, doch sein Bruder wurde bislang immer noch nicht beerdigt. Denn nach wie vor stehen die 3.643 Euro im Raum „Seitdem habe ich vom Amt nichts mehr gehört“, sagt Müller, der die Welt nicht mehr versteht. „Für mich hat das mit Würde nichts mehr zu tun und es grenzt meiner Meinung nach schon an Störung der Totenruhe“, ärgert er sich. Dass Müller kein Einzelfall ist, bestätigt ein Flensburger Bestattungsunternehmer auf Nachfrage der MoinMoin: „Die Stadt Flensburg arbeitet sehr langsam – und seit Corona dauert es noch länger.“ Der Bestattungsunternehmer berichtet sogar von einem Fall, bei dem seit Februar nichts passiert ist. Ein Grund für das Problem könnte sein, dass viele Bestattungsunternehmen anders als früher bei Sozialbestattungen nicht mehr in Vorleistung gehen und dann auf die Bezahlung der Rechnung durch das Amt warten. Zu negativ seien die Erfahrungen in letzter Zeit gewesen, berichtet der Bestatter, der auf rund 20.000 Euro Außenstände allein im letzten Jahr verweist, weil viele der Berechtigten entgegen anderslautender Bekundungen gar nicht erst einen Antrag beim Amt gestellt hätten. „Das tut mir natürlich leid für die Leute, die ehrlich sind, aber viele meiner Kollegen sehen das genauso“, betont er. Schließlich müssten die Beerdigungsinstitute schon für die letzte Arztrechnung, Überführung des Leichnams, Sarg und Urne erheblich in Vorleistung gehen. Und was sagt die Stadt Flensburg? Zum konkreten Fall könne man aus datenschutzrechtlichen Gründen nichts sagen, betont Stadt-Pressesprecher Clemens Teschendorf. Die Pflicht zur Beerdigung liege grundsätzlich bei den Hinterbliebenen. Anders als etwa eine Erbschaft könne man diese auch nicht ablehnen. So ist es im Gesetz über das Leichen-, Bestattungs- und Friedhofswesen des Landes Schleswig-Holstein geregelt. Dort heißt es unter anderem: „... innerhalb von neun Tagen nach Todeseintritt soll die Erdbestattung oder die Einäscherung vorgenommen werden.“ Aber wann übernimmt der Staat bzw. die Stadt die Kosten? Wenn es keine Angehörigen gibt, finden in Flensburg die so genannten ordnungsbehördlichen Bestattungen statt. Hierbei werden die verstorbenen Personen im Rahmen einer Feuerbestattung anonym auf dem Friedhof Friedenshügel Foto: Philippsen in Flensburg beigesetzt. Mehrmals im Jahr gibt die Stadt Termine bekannt und veröffentlich auch eine Namensliste, so dass etwaige Bekannte der verstorbenen Person die Möglichkeit haben, Abschied zu nehmen. Anders liegt der Fall, wenn es Angehörige gibt. Dann seien diese zunächst einmal verpflichtet die Kosten für die Beerdigung zu tragen, so Teschendorf. Im Falle der Bedürftigkeit könnten sie aber eine Kostenübernahme durch das Sozialamt beantragen und sollten dies auch dem Beerdigungsinstitut mitteilen, da das Amt nur die Kosten für ein einfaches Begräbnis übernimmt. Das Amt müsse den Antrag zunächst prüfen. Zum einen, ob SEITE 3 überhaupt eine Berechtigung vorliege und zum anderen werde versucht, über das Nachlassgericht noch weitere Angehörige ausfindig zu machen, die eventuell zur Kostenübernahme verpflichtet seien. Das könne eine Zeit lang dauern, räumt Teschendorf ein. Wenn sich das Bestattungsunternehmen weigere in Vorleistung zu gehen, müssten Betroffene das Geld für die Berdigung zunächst selbst aufbringen. „In diesem Fall kann sich der Betroffene aber im Nachhinein Flensburg - 11. November 2020 - Seite 3 die Kosten erstatten lassen, indem er die Rechnung bei der Stadt einreicht“, so Clemens Teschendorf. Doch Manfred Müller hat das Geld einfach nicht und sich inzwischen sogar einen Anwalt genommen. Und so wartet er bis zum heutigen Tag immer noch darauf, dass sein Bruder endlich in Frieden ruhen kann – neben seiner 2002 verstorbenen Frau auf dem Mühlenfriedhof, wie es sein letzter Wille war.

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