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MoinMoin Flensburg 20 2019

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Flensburg - 15. Mai 2019 - Seite 2 Flensburg (lip) – Geschäftsleute und Anwohner in der Norderstraße wehren sich gegen Pläne, den Autoverkehr dort zu verbieten. Der Planungsausschuss hatte die Verwaltung im April beauftagt, bis zum Frühjahr 2020 einen Vorschlag zu erarbeiten, wie der ruhende Verkehr und Durchgangsverkehr aus der Norderstraße verbannt werden könne. Doch Anlieger wollen das nicht einfach so hinnehmen. So hat Peter Litau, Inhaber des Computergeschäftes „Bits & Bytes“, eine Unterschriftenaktion gestartet. „Die Norderstraße ist eine bunte, fröhliche, belebte Durchgangsstraße, in der Bürgerinnen und Bürger wohnen und selbstverständlich ihr Auto parken möchten. Wenn Parkplätze nicht mehr in direkter Wohnlage vorhanden sind, Ab dem 15.05.19 dürfen wir Martina in unserem Team begrüßen. Viel Spaß bei uns! Auf gute Zusammenarbeit! An der B5 12 25842 Langenhorn Tel. 04672 – 77 69 34 2 SEITE 2 Norderstraße sammelt Unterschriften werden wieder viele attraktive, beliebte und sanierte Wohnungen leer stehen“, heißt es in der Petition, die an die Oberbürgermeisterin Simone Lange und alle Ratsfraktionen gerichtet ist. Die Geschäftsleute fürchten außerdem durch eine derartige Maßnahme noch mehr Kunden an den Online- Handel zu verlieren. „Wenn Kunden die Geschäfte nicht mehr erreichen können, dann werden zwangsläufig Geschäfte Kunden verlieren und schließen müssen“, heißt es dazu weiter in dem Schreiben. Auch FDP-Fraktionschef Kay Richert übte scharfe Kritik: „Nach der Debatte um die ersatzlose Abschaffung der Parkplätze an der Schiffbrücke ist dies ein erneuter Anschlag auf die kleinteilige Wirtschaft in der Altstadt.“ Die Hahner Twins Lisa (li.) und Anna mit Stadtpräsident Hannes Fuhrig. Verliebt in Flensburg Flensburg (lip) – Ihr Foto von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016, als sie Hand in Hand über die Ziellinie liefen, ging um die Welt: Vergangene Woche besuchten die „Hahner Twins“ Anna und Lisa die Fördestadt, um die Werbetrommel für den „Flensburg-liebt-dich-Marathon“ am 23. Juni zu rühren. Für die 3. Auflage des Laufevents haben die beiden Ausnahmeathletinnen die sportliche Schirmherrschaft übernommen und werden selbst in den Zwillingsstaffeln starten. Mit ihren Bestzeiten von 2:26,44 Stunden (Anna) und 2:28,39 Stunden (Lisa) gehören die beiden eineiigen Zwillinge zu den schnellsten deutschen Marathonläuferinnen. „Wir sind begeistert von der Stadt. Überall wird man freundlich mit ‚Moin‘ begrüßt“, erzählten die beiden Berlinerinnen am Freitag in der Phänomenta, wo sie sich im Beisein von Stadtpräsident Hannes Fuhrig und Stadtrat Stephan Kleinschmidt in das Gästebuch der Stadt eintrugen. „# Flensburg liebt dich – #wir lieben Flensburg“, schrieben Anna und Lisa. Das freute auch Hannes Fuhrig, der selbst schon Marathon gelaufen ist. „Es freut mich zu sehen, mit welch einer Begeisterung und Leidenschaft ihr für den Marathon als Werbeträger unterwegs seid. Ich hoffe, dass Ihr etwas von der Begeisterung auch auf die Flensburger übertragen könnt, um auch diejenigen zu motivieren, die noch nie einen Marathon gelaufen sind“, sagte der Stadtpräsident. Am Vortag hatten die „Hahner Twins“ bei einem gut besuchten Laufseminar und Vortrag in der Waldorfschule ihr Wissen mit anderen Sportlern geteilt. „Wir laufen 80 bis 200 Kilometer pro Woche. Zu den 13 Laufeinheiten kommen viermal Krafttraining, siebenmal Yoga Foto: Philippsen und zweimal Schwimmen“, berichtete Lisa Hahner über das anstrengende Trainingspensum der beiden. Was ihnen beim Laufen in Flensburg sofort aufgefallen ist: „Die Luft ist hier oben extrem gut“. Die Meldungen für den Flensburg-liebt-dich-Marathon bewegen sich auf Vorjahresniveau, wie Initiator Stefan Riedel erklärte. Bislang hätten sich rund 1.500 Teilnehmer angemeldet, 230 für die volle Marathon-Distanz über 42,195 Kilometer und 700 für den Halbmarathon. „Das Ganze hat sich etwas hin zu den Staffeln verschoben“, erklärte Riedel, der aber bis zum Online-Meldeschluss am 16. Juni noch mit deutlich mehr Läufern rechnet. „Da wird noch einiges kommen.“ Nachmeldungen sind sogar noch bis kurz vor dem Start möglich. Weitere Informationen gibt es Internet unter www. flensburg-marathon.de Internationaler Museumstag Unewatt (mm) – Das Motto für den diesjährigen Internationalen Museumstag am 19. Mai lautet „Museen – Zukunft lebendiger Traditionen“. Der Förderverein des Landschaftsmuseums Angeln/ Unewatt lädt um 14 Uhr zu diesem Thema ein und widmet sich in Kurzvorträgen der Plattdeutschen Sprachen heute und gestern, so spricht Gesa Retzlaff vom Zentrum für Niederdeutsch über „Platt hett watt“. Die Nordangler Speeldeel sorgt mit einer kleinen Darbietung für gute Unterhaltung. Während des gesamten Tages ist der Museumseintritt frei! Mehr unter www.museum-unewatt.de. Bücherei bleibt geschlossen Glücksburg (mm) – Am Montag, 20. Mai bleibt die Stadtbücherei Glücksburg wegen einer Softwareumstellung geschlossen. Kleine Forscher Eggebek (mm) – Das Netzwerk „miniMINT – Kleine Forscher im Norden“ der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ veranstaltet am 16. Mai, von 8:30 bis 16 Uhr „Forschen mit Wasser“ im Bildungshaus für Natur & Technik – Treenelandschaft/Tydal, Stapelholmer Weg 504, Eggebek. Anmeldung und Informationen bei Kerstin Jensen unter 0171 8654505 oder k.jensen@ melissantum.de. Mehr Infos unter www.haus-der-kleinenforscher.de.

Hoffnung statt Trauer Jutta Andresen hat trotz des schweren Schicksalsschlages ihr Lachen wiedergefunden. Flensburg (lip) –Anderen Trost spenden kann Jutta Andresen. Bereits seit acht Jahren engagiert sich diegelernteArzthelferin,die 16 Jahre lang in der Notaufnahme der Diako tätig war, ehrenamtlich in der Sterbe- und Trauerbegleitung im Katharinen Hospiz amPark. Und doch ist es etwas ganz anderes, wenn das Schicksal einen plötzlich selbst trifft und man selbstTrost braucht. So erging es Jutta Andresen, als am 23. Dezember 2013 plötzlich zwei Polizeibeamte anihrer Haustür klingelten, um ihrmitzuteilen,dass ihre Tochter Tasja, genannt „Tassi“, am Vortag bei einem Autounfall in Australienums Lebengekommen sei. In dem Moment sei ihr fast das Herz stehengeblieben, sagtJutta Andresen,die jähaus ihrer Vorfreude auf das bevorstehende Weihnachtsfest gerissen wurde: „Zwei Tage vorher hatte ich noch mit Tassi telefoniert und sie erzählte mir ganz begeistert, dass sie einen jungen Mann kennengelernthatte, der ihr ein wenig die Heimat zeigen wollte“. Die 25-jährige, die in Berlin BWLund Psychologie studierte, verbrachte „down under“ ein Auslandsstudienjahr. Nun warsie plötzlich nicht mehr da – mitten aus dem Leben gerissen. Ein schwerer Schock für Jutta Andresen, denn nichts war mehr wie vorher. „Es gibt ein Leben davor und ein Leben danach“,sagt sierückblickend. Über den genauen Unfallhergangweißsie zunächst fastgar nichts. Deshalb schreibt Jutta Andresen an die australische Polizei. Sie erfährt, dass ihre Tochtermit ihrem Freund Andy Foto: Philippsen undzweiweiteren jungen Männern auf einer unbefestigten Straße imaustralischen Busch unterwegs war. Der alkoholisierte Fahrerverlor die Kontrolle über den Wagen, der umkippte. „Tassi saß mit ihrem Freund auf dem hinteren, offenen Teil des Pickup-Trucks, wurde heruntergeschleudert und war sofort tot“, berichtet Jutta Andresen über das tragischeEreignis. Der Fahrer soll für 10 Jahreins Gefängnis Die ersten Tage und Wochen sind unerträglich, doch nachdem der erste große Schmerz überwunden ist, findet Jutta Andresen ihren ganz eigenen Weg, mit der Trauer umzugehen. Sienimmt Kontakt zu Andy auf, der selbst in tiefer Trauer ist, erfährt über ihnschließlichauch den Namen und die Adresse des Unglücksfahrers, dem in Australien eine zehnjährige Haftstrafe droht. Die Flensburgerin schreibt einen Brief andas Gericht, bittet um ein mildes Urteil. Mit Erfolg: Das Strafmaß für Dan, so heißt der junge Mann, wird auf zweieinhalbJahre reduziert. Jutta Andresen ist überzeugt davon, damit ganz im Sinne ihrer Tochter zu handeln. Der Besuch bei einem Medium bestärkt sie darin. „Ich glaube ganz fest, dass es etwas zwischen Himmel und Erde gibt, was man nicht erfassen kann. Und ich bin sodankbar dafür!“, sagt die68-jährige. Dankbar ist auch die Familie von Dan, dem sie eine Freundschaftsanfrage per Facebook geschickt hat. Er schreibt ihr einen langen Brief, indem er schildert, wie der Unfall auch sein Leben verändert hat und welche Schuldgefühle ihn plagen. Aber auch Dans Mutter Susan meldet sich per SMS und ein reger Briefwechsel entsteht –der Beginn einer tiefen Freundschaft zwischen denbeiden Frauen. Gemeinsam gehen sieden letzten Weg von Tassi, besuchen vor Ort in Australien die Unglücksstelle. „Susan weinte viel und sagte: Du hast deine Tochter verloren und ich habe meinen Sohn noch“, erinnert sich Jutta Andresen. Später trifft sie auchDan.„Ichhabeihn umarmt und ihm verziehen“, schildert sie die aufwühlende Situation. Zweimal warJutta Andresenbei Susan inAustralien und auch ein Gegenbesuch in Flensburg hat bereits stattgefunden. So hatten die beiden im Schicksal vereinten Mütter ursprünglich die Idee, gemeinsam ein Buch über ihre Geschichte zuschreiben. „Wir wollten anderen Menschen Mut und Kraft geben“, sagt Jutta Andresen. Am Ende hat Susan selbst nicht dieKraft, um über die Ereignisse zuschreiben, währendJutta Andresen Anfang 2018innur fünfWochen alles zu Papierbringt. „Ich habe einfach mein Inneres nach außen gekehrt“, sagt sie über diese Form derTrauerbewältigung, mit der sie nicht nur auf großes Leser- sondernauch Medieninteresse gestoßen ist. Auch bei der Leipziger Buchmesse war „Eine Freundschaft aus dem Schicksalgeboren“ ein Thema. Mittlerweile wird das Buch sogar insEnglische übersetzt. „Ich habe meinen Frieden gefunden“ „Es gibt zwei Möglichkeiten mit Trauer umzugehen: Entweder man fällt inein tiefes Loch und versinkt in Selbstmitleid oder man kommt wieder ins Leben zurück. Diesen Wegbin ich gegangen und habe meine Frieden gefunden“, sagt Jutta Andresen und hofft, dass sie mit ihrem Buch genau das auch bei anderen bewirken kann. „Ein Freundschaft aus dem Schicksal geboren“ von Jutta Andresen ist unter der ISBN- Nummer 978-3-96145-339-9 im Engelsdorfer Verlag erschienen, hat 136 bebilderte Seiten und kostet 16 Euro. SEITE 3 Flensburg -15. Mai 2019 -Seite 3 Foto: Günter Herrmann Rettungsboote für die Alex Flensburg (mm) – Der letzte Schritt in Sachen Restaurierung der „Alexandra“ ist vollbracht. Vergangene Wochehob ein Autokran die beiden Boote in ihre Halterungen beiderseits des Schornsteins. Sie sind sechs Meter lange und voll funktionsfähige Ruderboote, die in der Bootswerft von Oliver Berking aus Mahagoni gefertigt wurden. Natürlich werden sie nicht als Rettungsmittel eingesetzt, geben aber dem Dampfer die Silhouettewieder,die der Betrachter am 1. Juni1908 im Flensburger Hafen wahrgenommen hat.

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