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MoinMoin Flensburg 10 2020

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AUS DER REGION

AUS DER REGION Flensburg - 4. März 2020 - Seite 22 Entstehung einer friedlichen Grenze Flensbug (lip) – Grenzziehungen sind weltweit immer wieder Ursache für Konflikte. Dass es auch anders geht, zeigt das deutsch-dänische Beispiel. Vor 100 Jahren, am 10. Februar und 14. März 1920 konnte die Bevölkerung des damaligen Herzogtums Schleswig in zwei Volksabstimmungen darüber mitentscheiden, in welchem Staat sie leben wollten – und wo künftig die deutsch-dänische Grenze verlaufen sollte. „75 Prozent der Abstimmenden beiderseits der Grenze konnten fortan in dem Land ihrer Präferenz leben. Das ist ein bemerkenswertes Ergebnis und vielleicht einer der Gründe, warum die friedliche Grenze bis heute Bestand hat“, sagt Flensburgs Stadtarchivar Broder Schwensen. Rechtzeitig zum deutsch-dänischen Freundschaftsjahr hat er gemeinsam mit seinem Kollegen Immo Doege aus Apenrade das Buch „1920. Deutsch oder Dänisch? Flensburg in der Volksabstimmung“ herausgebracht. Im Gegensatz zu anderen Publikationen legt das neue Werk der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte einen besonderen Fokus auf Flensburg und – das ist ein Novum – ist komplett mit deutschem und dänischem Text versehen. „Wir hoffen, dass dieses Buch dadurch auch in Schulen und Einrichtungen beiderseits der Grenze Verwendung finden kann“, sagen Immo Doege und Broder Schwensen, die das Pro- Immo Doege und Broder Schwensen präsentieren ihr neues Buch zur Grenzziehung von 1920. jekt allerdings vor eine besondere Herausforderung stellte: „Dänische Übersetzungen sind immer 20 bis 30 Prozent kürzer“, erläutert Schwensen. Der dadurch entstandene Raum wurde mit zahlreichen historischen Fotos und Abbildungen geschickt kaschiert. In ihrem Buch geht es den beiden Historikern nicht nur um eine Schilderung der Ereignisse und Gegebenheiten rund Foto: Philippsen um die Volksabstimmung 1920, sondern auch deren Vorgeschichte, die 1914 mit dem Ersten Weltkrieg beginnt und mit dem Vertrag von Versailles endete. Als Kriegsverlierer hatte Deutschland in den Friedenskonferenzen schlechte Karten. „Wenn die Deutschen in Paris irgendetwas vortrugen, wurden sie ignoriert“, erklärt Immo Doege. Aus diesem Grund richten die beiden Autoren einen besonderen Blick auf die (vor allem im Nachbarland oft totgeschwiegenen) deutschen Befindlichkeiten und Sichtweisen auf die Grenzabstimmung. Darin fühlen sie sich auch ihrer 2017 verstorbenen Kollegin Inge Adriansen aus Dänemark verpflichtet, die an mehreren deutschen und dänischen Publikationen zum Thema mitgewirkt hat. Und was könnte die heutigen deutschen-dänischen Beziehungen besser auf den Punkt bringen, als ein Wildschweinzaun über den junge dänische Südschleswiger und deutsche Nordschleswiger Volleyball spielen? „1920. Deutsch oder Dänisch? Flensburg in der Volksabstimmung“ von Immo Doege und Broder Schwensen ist unter der ISBN-Nummer 978-3-925856- 85-3 als Band 86 der Großen Schriftenreihe bei der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte erschienen und kostet 14,90 Euro. Erster Tag der Erziehungsberufe Flensburg (mm) – Die Agentur für Arbeit Flensburg und das Jobcenter Flensburg veranstalten am Montag, 9. März, von 10 bis 13 Uhr im Foyer der Agentur für Arbeit Flensburg, Waldstr. 2, eine Messe mit dem Schwerpunkt erzieherische Berufe. Den Besuchern wird die Möglichkeit geboten, direkt mit Arbeitgebern der Region in Kontakt zu treten. Kontaktpersonen sind vor Ort, um ihre Einrichtung sowie Stellenangebote vorzustellen und für weitergehende Information ansprechbar zu sein. Auch können eigene Bewerbungsunterlagen mitgebracht werden. Die Nachfrage nach Arbeitskräften (m/w/d) in allen Erziehungsberufen – gerade auch nach männlichen – ist hoch. Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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