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MoinMoin Flensburg 44 2018

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Flensburg -30. Oktober 2018 -Seite 2 Flensburg (lip) – Zerstörte Synagogen und verwüstete Geschäfte mit zerschlagenen Fensterscheiben: Die so genannte „Reichskristallnacht“ vom 9. November 1938, das Pogrom gegendie jüdische Bevölkerung im Nazi-Deutschland, machte auch vor Flensburg nicht halt. So wurde zum Beispiel der Kibbuz auf dem Gut Jägerslust in jener Nacht von SEITE 2 Ein dunklesKapitel der Geschichte denNationalsozialisten überfallen und der komplette Gutshof nur zehn Tage später zwangsversteigert. Ein Schicksal unter vielen, an das die Ausstellung „Die ‚Reichskristallnacht‘ in Schleswig-Holstein“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „erinnern um zu lernen –gedenkenumzu verändern“erinnert, dievergangene Woche in der Campelle auf dem Flensburger Campus eröffnet wurde. Dort ist sie bis zum 5. Januar zu sehen, anschließend bis zum 21. November in der St. Nikolaikirche. „Mit dieser Ausstellung wollen wir die Willkommenskultur in Flensburg stärken und mit den richtigen Argumenten bei unliebsamen Diskussionen helfen“, sagt Pastorin Silke Nicoline Hansen von der Evangelischen Studierendengemeinde vor dem Hintergrund zunehmender Fremdenfeindlichkeit in Deutschland. Die Ausstellung, die vom Landesarchiv Schleswig-Holstein unter Mitwirkung von Prof. Gerhard Paul von der Europa- Universität Flensburg konzipiert und gestaltet wurde, zeigt das jüdische Leben von der Jahrhundertwende bis zu seiner Zerstörung durch die Gräuel der Nazizeit „In den meisten Geschichtsbüchern finden sich nur Bilder aus Berlin. Wir wollen erreichen, dass auch unsere eigene dunkle Geschichtevor Ort bekannt wird, damitdas Gedenken wachbleibt“, sagt Hansen. Undder Campus,wozukünftige Pastorin Silke Nicoline Hansen lädt zum Besuch der Ausstellung in der Campelle ein. Lehrer ausgebildet werden, sei der ideale Ortdafür. Parallel zurAusstellung hatder Trägerkreis, zu dem neben Silke Nicoline Hansen auch Ute Morgenroth (Frauenwerk Kirchenkreis Schleswig-Flensburg) und Anne und Ludwig Hecker (Vereinigung Verfolgter des Naziregimes –Bund derAntifaschisten) sowie zahlreiche Unterstützer wiePastor Dr.Marcus Friedrich (St. Nikolai) gehören, wieder ein umfangreiches Programm organisiert. Am 4. November können Interessierte im Rahmeneines Stadtrundganges mit Ludwig Hecker aufden Spuren von Verfolgung undWiderstand1933-1945 wandern (Treffpunkt am Nordertor: 13 Uhr) und am 6. November um 18 Uhr wird die Ausstellung in der St. Nikolaikirche mit einem Vortrag von Dr. habil Bettina Goldberg(„Vor allerAugen. Judenverfolgung in Flensburg währendder NS-Zeit“) eröffnet. Besondere Erwähnung verdient Fotos: Philippsen auch der interaktive Vortrag von Jürgen Schlicher „Wie argumentiertgegen populistische Sprüche und diskriminierende Äußerungen?“ am 8. November um 20 Uhr imAudimax. Vorab bietet Schlicher nachmittags von 17 bis 18.30 Uhr bereits einen Workshop für Jugendliche in der Jugendkirche zu Ausgrenzung, Mobbing und Diskriminierung an (Anmeldung: flensburg@jugendkirche.kk-sf. de) Bereits um 12 Uhr findet am selben Tag auf dem Jüdischen Friedhof die Gedenkveranstaltung „80 Jahre Pogromnacht –Gegendas Vergessen“statt. Zwei Tage später am 10. November um18Uhr findet dann die jährliche Gedenkfeier an die Reichspromnacht inder St. Nikolaikirche statt. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Weitere Infos und das komplette Programm findet sich unter www.esg-flensburg. de Hier parkt ein Fahrradständer! Flensburg – Seit kurzem „ziert“ ein Metallgestell in Autoform den Straßenrand in der Dr. Todsen-Straße. Erst auf den zweiten Blick ist zu erkennen, dass es sich um einen Fahrradständer handelt. Das so genannte „Parklet“ stand bisher wenig beachtet am ZOB. „Es wurde dort nicht sonderlich angenommen“, räumte Stadt-Pressesprecher Clemens Teschendorf ein. Am neuen Standort hoffe man nun aufbessere Resonanz. Bislang aber machen die Fahrradfahrer auch hier augenscheinlich einen Bogen um das vom Jugendaufbauwerk angefertigte Gestell. Vonden vier als Leuchtturmpojekt im Masterplan „Mobilität“ angekündigten Maßnahmen ist nach drei Monaten nicht mehr viel übriggeblieben. Die „Begegnungszone“ inder Rathauszone wird auf Beschluss der Politik Ende September zurückgebaut. Die übrigen „Parklets“ mit Sitzgelegenheiten aus Holz, wie zum Beispiel in der Norderstraße,sindebenfalls verschwunden – sollen aber im Frühjahr wiederkommen. „Sie müssen über Winter eingelagert werden, damit das Holz nicht verrottet“, erläuterte Teschendorf. „Das Parklet in der Norderstraße soll auf jeden Fall wieder aufgebaut werden, die Resonanz dort war sehr positiv.“ Text/Foto: Philippsen KTV MEDIEN MARKT PL@TZ heute Wer lieber zu zweit als alleine trainieren mag, für den ist das neue „Fit mit KTV“- Video genau das Richtige: Diesmal zeigen unsere Experten tolle Partnerübungen. POLITIK Die Fraktionen informieren Grünes Licht für Radio Fratz: Der Finanzausschuss hat auf Antrag der Ratsfraktionen von Grünen und SPD mit großer Mehrheit eine Förderung in Höhe von 22.000 Euro beschlossen. Konzertfotografie ist für einen Fotografen eine besondere Herausforderung, denn die Szenen,die sich einemzeigen, können meistens nicht wiederholt werden. Nona war zu Gast bei Kerstin Ott. moinmoin.de/marktplatz SPORT Berichte aus den Vereinen Chancenlos: Das prestigeträchtige Verfolgerduell beim Tabellenzweiten VfB Lübeck verlor Fußball- Regionalligist SC Weiche Flensburg 08 klar mit 1:3 (0:2).

Flensburg -30. Oktober 2018 -Seite 3 „Anders“ ist nur eine Variante von„richtig“ AlsMiss Bambi 2018 möchte Melissa Lorenzen zur Botschafterinfür alle nicht-perfekten Menschen werden Fortsetzung Titel Diesen Traum vieler junger Frauen erfüllt der Contest bereits seit sieben Jahren. Zumal die Miss Bambi ds komplette Star-Paket, samt Abendkleid, Styling und Hotelübernachtung bekommt. Auch für Melissa wäre esdas Größte, würde die Jury amEnde sie aus den mehr als 300 Bewerberinnen auswählen. Zweimal hat sie es in den letzten Jahren schon versucht und einmal stand sie sogar im Finale… ganz knapp ging der Sieg 2017 an ihr vorbei.Das aktuelle Voting endete am28. Oktober, daher stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest, ob es diesmalfür sie geklappt hat. Also selbst wenn nicht, hat Melissa eineBotschaft, dieihr wichtig ist:„Anders ist nichtfalsch,sondernnur eineVariante vonRichtig“, sagt sie und möchte damit allen Menschen Mut machen, die wie sie selbst nicht perfekt sind, sondern beispielweise eine schwere Erkrankung durchmachen mussten und sichtbare Die Röntgenbilder zeigen den Melissas Wirbesäule vor und nach der OP. Narben davongetragen haben. Sie selbst leidet unter Skoliose und erzählt ihre Geschichte in einem Video, das auf ihrem Bewerbungsprofil unter www. bambi.de/missbambi zu finden ist. Offen schildert sie darin, wie sie aufgrund dieser schwerwiegenden Rückgratverkrümmung immer krummer und kleiner wurde. „Ich war bereits auf 1,47 Meter geschrumpft, als ich2015 vorder schweren Entscheidung stand, mich an der Wirbelsäule operieren zulassen, umnicht irgendwann im Rollstuhl zu landen“, erzählt sie von einer schweren und kräftezehrenden Zeit. „Ich hoffe inständig, dass ich das kein zweitesMal in meinem Leben durchmachen muss“, sagt Melissa, die dank der OP undeinem disziplinierten Training inzwischen wieder 1,55 Meter großist und dabei auch viel Positives aus dem Erlebnis gezogen hat: „Ich habe gespürt, dass ich stärker bin, als ich dachte, und dass ich mit meinen Erfahrungen anderen Menschen helfen kann, diedas Gleichedurchmachen müssen“, sagt sie. In ihrem Facebock-Blog „Mein Leben mit Skoliose“ erzählt sie „Die lange Narbe an der Wirbelsäule gehört zumir“, sagt Melissa Lorenzen. Fotos: TomFinke auf bewegende Weise auch von ihrem neuen Leben mit einernunmehrversteiftenWirbelsäule. „Ich finde, dass man sich nicht verstecken darf, auch nicht mit einem krummen Rücken oder einer langen Narbe. Jeder Mensch ist wunderschön“, sagt Melissa und betont, dass genau dies der Grund ist, warum sie so gernenach Berlinzur Bambi-Verleihungreisen würde: „Ich möchte zeigen, dass Narben kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke sind, denn sie erzählen unsere Geschichte“, sagt sie und dass es sie „verdammt traurig“ macht, immer wieder Menschen kennenzulernen, die sich für ihre körperlichen Einschränkungen schämen. „Ich finde, dass man stolz dazu stehen kann. Und das vielleicht sogar auf dem roten Teppich“, hofft sie darauf, ein Vorbild für alle Menschen sein zu können, die nicht der Norm entsprechen. Ob sie dies als „Miss Bambi 2018“ tun darf, erfährt sie in den nächsten Tagen. Ansonsten wird sie dieses Ziel zuihrem Beruf oder sogar zur Berufung machen, denn Melissa Lorenzen, die aktuell als selbständige Fotografin arbeitet, möchte Schauspielerin werden –allen Schönheitsidealen zumTrotz. (SilkeSchlüter) Verschenk malMusik! Bei uns erhalten Sie Musikinstrumente und Zubehör Inklusive Beratung! Musikzentrum Flensburg, Heinrichstr. 16b, Flensburg www.musikzentrum-fl.de, 0461-90498856 Samstag, 8. Dezember 2018 und Sonntag, 9. Dezember 2018 an beiden Tagen von 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr Wo? Siegfried-Lenz-Schule kleine Turnhalle

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