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MoinMoin Flensburg 34 2017

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40 JAHRE AUF ERFOLGSKURS

40 JAHRE AUF ERFOLGSKURS 1982 Berichte über die angebliche Sichtung eines Pumas in Süddänemark und mysteriöse Spurenfunde versetzen im Sommer die Grenzregion in Aufregung. Ein Kunstraub in der Ulmenstraße hält die Flensburger Polzei in Atem. Im September stirbt das beliebte Förde-Seehundweibchen „Clausine“. 1983 Die neue Streckenführung der B200 –mit Autobahnanschlussstelle Süd –wird dem Verkehr übergeben. Eröffnung der Freien Waldorf-Schule. Auch in Flensburg findet die Volkstzählung statt. Ein dänischer Journalist aus Flensburg muss sich in Düsseldorf gegen die Anklage rechtfertigen, er sei Ostagent. Flensburg -23. August 2017 -Seite 30 Herzlichen Glückwunsch zum 40. Geburtstag! 1977 Dieses Oldtimer-Wohnmobil fuhr Reinhard Thomas schon zu MoinMoin-Zeiten. • 200 m 2 Ausstellung • Küchen für jeden Geschmack und in jeder Preislage • Fenster und Türen Holz oder Kunststoff • Schiebetürenschränke nach Maß • Spezialanfertigungen • Insektenschutz Kauslundhof 3∙Flensburg ∙Tel. 0461/14122-0 ∙www.fensterundkuechenstudio.de Wir schreiben das Jahr 1977. In einer ehemaligen Fischfabrik in der Batteriestraße 33 in Flensburg betreiben der Lithograf Dieter Kopp und der gelernte Fotograf Reinhard Thomas unter dem Namen „Reprox“ eine Reproduktionsanstalt und verdienen ihr Geld mit der Herstellung von Druckvorlagen für Verlage und Druckereien. „Das warunsergrößter und schönsterAuftrag,“ sagt Thomas und reichtmir einen bombastischen Bildbandvom VerlagHoffmannund Campe, „Dasgroße Buch der Windjammer“.Die herannahende technische Revolution beider Druckvorlagenherstellung mit dem Zwangzuimmer neuen Investitionen in damalsunbezahlbare Scanner-Technik ließdie Jungunternehmer nachAlternativen suchen. „DieÜberlegung,ein Stadtmagazinherauszugeben lag nahe, ich warFotograf und DieterLithograf“, berichtet Reinhard Thomas „alsokonnten wirdie Fotos undDruckvorlagen fürunsere Moin- Moinselbst herstellen.“ „Wie haben Siesich kennengelernt?“ frage ich. „Über die Musik und gemeinsame Bekannte“, erzähltReinhard Thomas.„Ichhabe Klavier gespieltund Dieter Gitarre.“ Aberdie beiden Freunde verbandauchdas gemeinsame Interesse am lokalenGeschehen,und so kommt ihnen die Idee, ein kostenloses Anzeigenblatt fürFlensburg und die Regionherauszubringen. „Wir wolltenetwasNeues und Buntes“,erläutert Dieter Kopp. Dennnicht nur thematisch auchoptisch sollte sich das neueBlatt von derdamals noch in schwarz-weiß gedruckten Tageszeitung absetzen.Der Verlag(damals noch „Moggel &Dock) war schnell gegründet.Soweit so gut. Die Suche nach einem Namen Am Anfangstand die Suche nacheinem Namen fürdas Projekt. Reinhard Thomas erzählt, die beidenhätten gerade überdas Problem gegrübelt,als derPostbote hereingekommen sei, und mit einemfreundlichen „Moin Moin!“ dieBriefe aufden Schreibtisch legte.„Der Titel war gefunden“, sagtThomas „MoinMoin –das passte“, Koppund Thomas schmunzeln. „Ob es genau so,oder nur so ähnlich war, istuns nicht mehr erinnerlich, auf jeden Fall klingt die Geschichte gut“, sind sich Koppund Thomas einig. Das Konzepteines monatlich erscheinenden vierfarbigen JournalsimDin A4-Format (heute ein Flensburg-historisches Sammlerstück) war so etwas wie eine Revolution auf dem Flensburger Zeitungsmarkt. „Reinhardlief sich in derStadtdie Hacken ab, um Fotos und aktuelle Berichte für die Ausgabe zusammenzustellen“, erinnertsich Kopp, „wir trafenauf vielWohlwollen nicht nur bei denLesern, auchbei den Geschäftsleuten.“ Eine Revolution auf dem Zeitungsmarkt Bei derTageszeitungwurde derneueKonkurrentzunächst belächelt. „Diehalten das nicht lange durch“, habees geheißen, wohlwegen der enormen Kosten derDruckvorlagen-Herstellung des technisch aufwendigenMagazins.„…aber wir hatten ja unsere eigeneReproduktionsanstalt“, frohlockt Reinhard Thomas. Schon bald warklar,dass der enormezusätzliche Aufwand nicht mitden sechs Mitarbeitern derReproduktionsanstalt alleinbewältigt werden konnte. EinRedakteur musste her,ein Anzeigenakquisiteur wurde eingestellt. Zwarverschwanden nach und nachdie roten Zahlen aus denBilanzen, doch der wirtschaftliche Erfolggelang nicht. Wieeng der finanzielle Spielraum in derAnfangszeit der MoinMoin war, verdeutlicht folgende Anekdote, die ReinhardThomas erzählt: „Meine damalige Freundin und ich hatten unsfür den Urlaub500 D-Mark beiseite gelegt.Kurz vorder Abreise stand plötzlich der Finanzbeamte vorder Tür. Wir haben unsdann im Gartenversteckt bisdie Luft rein war und unsere Steuerschuld gleich nach dem Urlaub beglichen. Vom Bilderbogen zum Wochenblatt Kopp undThomas überlegten sicheinewirtschaftlich erfolgversprechendereAlternative zum Bilderbogen. Ein erster erfolgreicher „Test-Ballon“ war im Juni 1979eine im Zeitungsformat gedruckteExtra- Beilage für den Wochenendeinkauf.Sowurdeparallel zum Bilderbogen die Zeitungs-MoinMoin zunächstnur zum Wochenende, dann 14-tägig und ab 1981dann jeden Donnerstagherausgegeben. Im Jahre 1983 entstandaußerdemdie MoinMoin Nordfriesisches Wochenblatt,der Verläufer der heutigen Ausgabe MoinMoinSüdtondern. Mit plakativen manchmal auch humorigen(so DieterKopp) Geschichten fand auchdie auf Zeitungspapiergedruckte MoinMoinschnell eine breite Leserschaft. „Unser Vorbild war dieBild-Zeitung“,ergänzt ReinhardThomas. Beispiel gefällig: „Ratten unter Flensburg“ titelte das Blatt am 2. Juli 1981. „Die Zeitungenwurden unsförmlich ausder Hand gerissen“, erinnert sich Thomas. 1984 wurdeschließlich derBilderbogen ganz eingestellt und Kopp undThomas konzentrierten sich fortan auf dieMoinMoin im Zeitungsformat, wie wir sie heute kennen. Immer wieder wurden vonder MoinMoin Skandale aufgedeckt, wie zumBeispiel 1989 alsman Patientenakten derehemaligenKlinik Ost im Müllcontainer entdeckte. Neue Maßstäbe bei den Kleinanzeigen Doch nicht nur im Bezug auf die Berichterstattung, auch beiden Kleinanzeigensetzte die„MoinMoin“ von Anfang an neue Maßstäbe.Für 10 D-Mark konnten Leser ihre Kleinanzeigensogar telefonisch aufgeben, währendsie beider Tageszeitung fürden mehr alsdreifachen Betrag stundenlang in derSchlange stehen mussten. „Die Kleinanzeigenwaren interessanter Lesestoffinder MoinMoin“, sagt Dieter Kopp rückblickend. Undsowurde dieMoinMoin vonLesernund Geschäftskunden gleichermaßen geschätzt.Die Mitarbeiterzahl wuchs beständig, dieTechnik schritt immer weiter voran. „Anfangshabenwir das Papierlayoutfür dieZeitungsseitennoch aufTapeziertischen von50Metern Länge ausgelegt undgeschnipselt undgeklebt“,erzählt Thomas. Erst 1998machteder so genannte „Klebeumbruch“der elektronischen SatztechnikPlatz. Die MoinMoin wächst weiter Zwischenzeitlichwar die MoinMoinweiter gewachsen. In denJahren 1986 bis 1987 kamenmit derMoinMoin Kappeln (später MoinMoin Angeln) unddie MoinMoin Schleswig. In denJahren 1986/87 zog der Verlagin zwei historische Villeninder Nerongsallee12und 14 im Stadtteil Westliche Höhe.Das alteDomizil in der Batteriestraße wurde abgerissen. Eingefleischten Flensburgern dürfteauchnoch derschmale MoinMoin-Laden in der Großen Straße in Erinnerungsein, in demheute ein bekannter Wein- undRumhändler sitzt. „Damit diePassanten unsüberhaupt entdecken konnten, hattenwir vorne einkleines Megafoninstalliert“, erzählen diebeiden verschmitzt.Das laute „Moin“ zeigteWirkung... Bereits seit 1984 hattedie MoinMoin durch ein weiteres vonder Tageszeitung herausgegebenes Anzeigenblatt regionale Konkurrenz bekommen. Doch Sorgen bereitete den beidenHerausgebern vorallem dieDrohung der in Schleswigrechterfolgreichen „Goden Dag, leeve Lüüd“ nach Flensburgzuexpandieren. Alsdann auch noch derenVerkauf an den Axel Springer Verlag im Raum stand, wurde den beiden die Sache schließlich zu heiß. Ende der80er-Jahreübergaben Kopp undThomas den Verlag Schrittfür Schritt an die Pressestiftung Flensburg. Den Umzugindas neue VerlagsgebäudeAmFriedenshügel 2imJahre1999erlebten die beiden nur noch alsGäste mit. Von derPionierarbeitder beiden Gründerväterprofitiert die Verlagsgruppe, diemit der 1999 In der ehemaligen Fischfabrik in der Batteriestraße fing alles an. Die Gründerväter beim feierlichen Empfang zur Eröffnung des neuen MoinMoin-Verlagsgebäudes Am Friedenshügel. Fotos: Privat Nordfriesland palette, Ihr AnzeigerinBad Bramstedtund Itzehoe sowiePrima Wochenende in Neumünster weiter gewachsen ist, aberbis heute. Und was machen Kopp und Thomas heute? Reinhard Thomas wohnt in Glücksburg, engagiert sich seit langem in der IG Ostufer und verfolgt und begleitet immer noch aufmerksam das lokale Geschehen in und um Flensburg mit eigenen Ideen. Dieter Kopp wohnt in Ausacker und ist künstlerisch tätig. Er bearbeitet seine Fotos mit digitalen und manuellen Mischtechniken und lässt den Übergang zwischen Fotografie und gemalten Bild verschwimmen. Und selbstverständlich verfolgen beide immer noch mit großem Interesse „ihre“ MoinMoin. Dieter Kopp ist heute vor allem künstlerisch tätig. Der 74-Jährige verwandelt mit einer speziellen Drucktechnik Fotografien zu Kunstwerken.

1984 Der Neubau des städtischen Pflegeheimes „Valentinerhof“ wird eingeweiht. Flensburg feiert sein 700-jähriges Stadtjubiläum mit einem großen Stadt- und Hafenfest. Eröffnung des Schiffahrtsmuseums im alten Zollpackhaus. 1985 Die „Nordische Universität“ wird – auf privatwirtschaftlicher Basis – eingerichtet (1989 durch Beschluss der Landesregierung aufgelöst). Einbeziehung der gesamten nördlichen Altstadt und der Altstadtteile St. Johannis und St. Jürgen in das Sanierungsgebiet (insgesamt: ca. 96 ha). 40 JAHRE AUF ERFOLGSKURS Flensburg (lip) – Das hätten sich die Verlagsgründer Dieter Kopp und Reinhard Thomas wohl auch nicht träumen lassen: Aus der Ursprungs-MoinMoin, die zunächst nur in Flensburg, später auch in Schleswig und Südtondern erschien, ist in 40 Jahren eine große Die KTV-VERLAGSGRUPPE – eine große Familie Familie geworden – mit Partnerverlagen in Husum, Bad Bramstedt, Itzehoe sowie Neumünster und fast 100 Mitarbeitern, die Verteiler nicht mit eingerechnet. Ähnlich wie die MoinMoin haben auch die Partnerverlage eine große Tradition und waren in ihren Regionen allesamt Vorreiter bei den Wochenzeitungen. Seit 1993 mit im Boot ist die Nordfriesland palette. Die „palette“, wie das beliebte Wochenblatt kurz genannt wird, ist sogar ein wenig älter als der Flensburger Mutterverlag und konnte bereits 2013 ihr 40-jähriges Bestehen feiern. Gründer der „Husumer Palette“, wie der Verlag 1973 hieß, war Georg Graf von Baudissin. Nach einer schwierigen Anfangszeit florierte die Zeitung immer mehr und mit einer weiteren Erhöhung der Auflage wurde das Blatt schließlich am 31. August 1977 in Nordfriesland palette umbenannt. Bis 1985 erschien die palette nur alle zwei Wochen am Mittwoch, ehe auf wöchentliche Erscheinungsweise umgestellt wurde. 1993 fusionierte der Georg Graf von Baudissin Verlag in Husum schließlich mit dem Kopp & Thomas Verlag in Flensburg. Seit 1995 gehört auch Ihr Anzeiger, der in den Städten Bad Bramstedt, Itzehoe, Kellinghusen, Hohenlockstedt und weiteren 77 Gemeinden in den Kreisen Steinburg und Segeberg erscheint, zur großen KTV-Familie. 2015 feierte der Verlag, der 1975 von Frerk Brodersen, Walter Spur, Klaus Weichsel und Peter Kisters als „Donnerstags-Anzeiger“ in Bad Bramstedt aus der Taufe gehoben wurde, seinen 40. Geburtstag. Das Verbreitungsgebiet des Anzeigers wurde im Laufe der Zeit immer größer, die Auflage wuchs ständig. Auch wurde der Erscheinungstermin zunächst auf Mittwoch vorverlegt, seit dem 1. Juni 2013 erscheint Ihr Anzeiger immer sonnabends. Jüngstes Kind der KTV- Verlagsgruppe ist die Prima Wochenende in Neumünster, die 2013 von der Flaschka-Gruppe übernommen wurde. 1987 vom Kaufmann Klaus Flaschka als „Prima Samstag“ für Neumünster und Umgebung gegründet, wurde das Blatt 2002 in „Prima Sonntag“ umbenannt. Heute erscheint die Prima Wochenende wieder sonnabends. Die Gesamtauflage aller Titel beträgt übrigens wöchentlich über 300.000 Exemplare mit Lesern von der deutsch-dänischen Grenze bis vor die Tore Hamburgs. Die Auflage in Flensburg liegt bei 78.470 Flensburg - 23. August 2017 - Seite 31 Exemplaren. Doch dank des Internets ist die MoinMoin sogar weltweit präsent – seit 2001 sind wir „online“. Und so sind viele ehemalige Flensburger in aller Herren Länder der MoinMoin auch weiterhin treu geblieben. Sogar aus Australien haben uns schon Leser kontaktiert. Schauen Sie doch mal unter www.moinmoin.de vorbei, denn unsere Homepage bietet nicht nur den Service der Online-Zeitung, die Sie von überall aus lesen können, sondern zusätzlich täglich interessante Nachrichten und Geschichten aus der Region, dazu einen großen Veranstaltungskalender für ganz Schleswig-Holstein, Bildergalerien und Videos und vieles mehr. Wer keine Nachricht verpassen möchte, darf uns gerne auf Facebook liken. Seit 2013 trägt die Verlagsgruppe passend dazu auch den Namen „KTV Medien“. Aber keine Angst: Technik hin oder her, natürlich sind wir uns unserer Tradition bewusst. Selbstverständlich wird es die MoinMoin auch weiterhin wie gewohnt in gedruckter Form geben. 40 JAHRE JAHRE auf Erfolgskurs auf Erfolgskurs

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