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MoinMoin Flensburg 34 2017

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40 JAHRE AUF ERFOLGSKURS

40 JAHRE AUF ERFOLGSKURS 1979 Um den 10. Februar herum liegen in Schleswig-Holstein noch immer überall die Schneeberge, die sechs Wochen zuvor nach dem ersten Schneesturm zusammengeschoben waren. Als am 13. Februar der Schneefall erneut einsetzt, gibt es bereits nach kurzer Zeit neue Verwehungen. Am nächsten Morgen ist der Verkehr in weiten Teilen Norddeutschlands zusammengebrochen. Außer in Flensburg und Lübeck herrscht im ganzen Land Fahrverbot. Verfügungsbauten (I. BA) am „Hochschulgelände“ Kanzleistraße werden eingeweiht und von der Fachhochschule Flensburg bezogen. Flensburg - 23. August 2017 - Seite 28 Ich mag die MoinMoin, weil ... sie zur Flensburger Wirtschaft einfach dazugehört und jeden erreicht.“ Uwe Möser | Präsident der IHK Flensburg Foto: Dewanger Munkbrarup (mb) – Nikolaus Worm startete aus dem Strandkorb heraus: der Elektriker im Ruhestand stiftete seiner Senioren-Wohnanlage das selbstgebaute Stück für die Sonnenterrasse und ein Mitbewohner lud die MoinMoin zur feierlichen Übergabe ein. Bei leckerem Blechkuchen, eine immer noch gern erinnerte Spende des Rosariums Glücksburg, entschied der Rentner, selbst eine Tour für die MoinMoin im beschaulichen Munkbrarup zu übernehmen. „Wenn das Wetter schlecht ist, nehme ich das Auto“, so der 71-jährige Witwer, „im Sommer, wenn alle draußen sind und plaudern möchten, ist es mit dem Handwagen am schönsten – aber da muss Wie kommt die MoinMoin in den Briefkasten? ich oft leider weiter.“ Seine Kinder leben mit ihren Familien weiter entfernt, seine Lebensgefährtin in Flensburg, da freut sich Nikolaus Worm, regelmäßig in der Nachbarschaft unterwegs zu sein. Schließlich kennt er fast jeden im Ort – und natürlich auch alle Stationen seiner Route: „Alles gut in Munkbrarup“, lautet sein Fazit. Als gewissenhafter Zusteller macht er aber auch Extra- Touren: „Es gibt einen Hund, den ich wirklich fürchte“, gibt er zu. Da gehe er eben abends noch einmal eigens hin, wenn der im Hause sei. „Wat mutt, dat mutt“, lacht er achselzuckend. „Der Abschied fällt mir schwer ...“ Interview mit dem ausgeschiedenen Geschäftsführer Friedrich Bork Nach fast 15 Jahren an der Spitze der MoinMoin hat Friedrich Bork zum 1. Juni die Geschäftsführung in die Hände seines Nachfolgers Mathias Kordts übergeben. MoinMoin-Redakteur Michael Philippsen sprach mit dem gebürtigen Nordfriesen, der nun in den wohlverdienten Ruhestand gegangen ist. Herr Bork, Sie haben fast 15 Jahre die Geschicke des Verlages geleitet. Wie war es für Sie damals, vom Leser plötzlich zum Verantwortlichen für das Blatt zu werden? Ich hatte bereits 25 Jahre Erfahrung im Wochenzeitungsgeschäft, da ich vorher für zwei andere Verlage tätig war. Die MoinMoin hatte ich dabei aber immer im Fokus, weil sie für mich absolut die Wochenzeitung Nummer 1 im Norden war und ist. So war es für mich eine tolle Herausforderung, als sich die Möglichkeit bot, die Geschäftsführung zu übernehmen. Was hat sich seitdem verändert? Gerade in der Produktion hat sich viel verändert. Ich kann mich noch gut an den Klebeumbruch erinnern, der damals gerade erst den Bleisatz abgelöst hatte. So wurden die Anzeigen, Texte, Bilder und Grafiken noch auf das Seitenlayout geklebt. Farbe war damals noch Luxus, heute ist 4c- Druck Usus. Dann kam der digitale Umbruch und alles ging viel schneller und einfacher. Statt per Fax läuft heute alles über E-Mail. Die Anzeigenvorlagen mussten früher noch aufwändig vor Ort beim Kunden besprochen und anschließend im Satz erstellt werden, heute werden sie vielfach schon fertig angeliefert. Aber leider bleibt heute auch viel weniger Zeit für ein nettes Gespräch … Was waren für Sie die größten Herausforderungen in dieser Zeit? Das Unternehmen wirtschaftlich zu führen und die Arbeitsplätze auch in der Zukunft zu sichern. Jede Woche aufs Neue zusammen mit meinem Team eine tolle Wochenzeitung für die Leser und Inserenten herauszugeben, mit vielen interessanten Informationen und Geschichten über Land und Leute aus der Region und mit guten Titelgeschichten. Der Markt hat sich gravierend verändert. Früher gab es in jeder größeren Stadt verschiedene Warenhäuser, viele weitere große Handelsunternehmen und eine Vielzahl an inhabergeführten Einzelhandelsgeschäften, von denen viele leider längst verschwunden sind. Dazu kommt die Konzentration in der Lebensmittelbranche. Die Werbeetats haben sich immer weiter reduziert und heute müssen wir um jeden Auftrag kämpfen. Was war Ihr schönstes Erlebnis? Ein absolutes Highlight fällt mir so ad hoc gar nicht ein. Ich bin eigentlich jeden Tag sehr gerne in den Verlag gegangen, weil mir die Arbeit immer viel Spaß bereitet hat. Ich liebe die Herausforderung ... Dann fällt Ihnen der Abschied sicher schwer? Ja, mit Sicherheit. Ich war ja mehr im Verlag als Zuhause. Für mich ist die Moin- Moin wie eine Familie. Das ist schon komisch, wenn es nun mit einmal anders ist. Aber mittlerweile habe ich mich an den Gedanken gewöhnt und freue mich auch über meine Pensionierung. Ich bin froh, dass mit Mathias Kordts ein kompetenter Nachfolger gefunden wurde, denn natürlich liegt mir das Wohl des Verlages und der Mitarbeiter auch in Zukunft am Herzen. Was werden Sie denn jetzt machen? Ich habe ja so einige Hobbys, wie zum Beispiel Reisen in ferne Länder, Angeln und Bogenschießen. Außerdem bin ich seit einem Jahr amtierende Majestät der Altstädter St. Knudsgilde von 1449 in Schleswig. Als Schützenkönig habe ich die nächsten zwei Jahre noch genug zu tun und verbunden damit sind eine ganze Menge gesellschaftliche Verpflichtungen. Was wünschen Sie der MoinMoin für die Zukunft? Ich wünsche der MoinMoin natürlich weiterhin viel Erfolg. Ich hoffe, dass der Verlag auch die nächsten 40 Jahre erfolgreich im Markt bestehen kann, als Werbepartner und Sprachrohr für die Leser, und sie die Nummer 1 im Norden bleibt. Wir wünschen der MoinMoin Wochenzeitung alles Gute zum 40. Geburtstag! Das Team von Wasserlooser Weg 48 24944 Flensburg Tel.: 0461/37060 Wir gratulieren der Moin Moin ganz herzlich zu 40 Jahren Erfolgsgeschichte und freuen uns auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit! Unser Topangebot zum Moin Moin-Jubiläum: Damen- und Herrensocken bunt sortiert statt 3.95 € jetzt nur je Paar40 Cent (nur solange der Vorrat reicht!) Flensburg Am Sophienhof 2 · Tel.: 04 61 -93051

1980 Beginn der Bauarbeiten für ein Schulzentrum an der Nikolaiallee/Zur Exe (jetzt Friesische Lücke). Erstmals findet zum Himmelfahrtswochenende die internationale Rum-Regatta statt. Hervorgegangen aus einer Selbsthilfeinitiative setzt sich die Brücke e.V. Flensburg für die Interessen psychisch erkrankter Menschen ein. 1981 Fertigstellung des neuen Postamtes in der Bahnhofstraße. Der Personenverkehr auf der Bahnstrecke Flensburg–Niebüll wird im Mai eingestellt. Ab 2. April erscheint „MoinMoin-Extra“ wöchentlich jeden Donnerstag. 40 JAHRE AUF ERFOLGSKURS Flensburg - 23. August 2017 - Seite 29 Wie kommt die MoinMoin in den Briefkasten? Die Verlagsgründer Reinhard Thomas (li.) und Dieter Kopp mit den allerersten Ausgaben der MoinMoin. Die Väter der MoinMoin Fotos: Philippsen Jeder kennt die MoinMoin! Aber wer sind eigentlich Kopp & Thomas und wie kam es vor vier Jahrzehnten zur Herausgabe der Zeitung? Seinen Namen verdankt der KTV-Verlag den beiden Gründungsvätern Dieter Kopp (74) und Reinhard Thomas (81). MoinMoin-Redakteur Michael Philippsen traf die beiden. Ich nehme das Verlagsjubiläum zum Anlass, den Gründervätern unserer MoinMoin einen Besuch abzustatten und treffe mich mit Reinhard Thomas (81) und Dieter Kopp (74) zu einer gemütlichen Teestunde. Die früheren Herausgeber lassen sich gern ausfragen und berichten zum 40-jährigen Geburtstag, wie es zur Gründung der MoinMoin kam. Die Stimmung ist gelöst. „Bevor Sie kamen haben wir schon Erinnerungen ausgetauscht“, sagt Thomas und schenkt ein. Kopp frozelt: „ Vorsicht, der grüne Tee schmeckt wie das Tauwasser eines überlagerten Kabeljaus ..., soll aber unvorstellbar gesund sein“, er beugt sich zu mir und flüstert: „Herr Thomas will unbedingt hundert Jahre alt werden.“ „Hab ich genau gehört, Dieter“, lacht Thomas dazwischen, legt die farbige Erstausgabe der MoinMoin auf den Tisch und kommt zur Sache: „Unser Stadtmagazin hatte den Untertitel ‚Flensburger Bilderbogen‘. Ich habe hier die Nr. 1 vom November 1977. Die Dame auf dem Cover ist übrigens meine damalige Freundin und jetzige Ehefrau Ela Ohlsen.“ Reinhard Thomas merkt an, dass das damalige Titelthema – die Neugestaltung des Südermarktes – immer noch oder immer wieder aktuell sei. Fortsetzung Seite 30 Glücksburg (mb) – Er war gerade elf, als die MoinMoin- Tour durch Glücksburg frei wurde und er wollte den Job unbedingt: Sergej Ewert hat zunächst seinen Vater überreden müssen, die Route zu übernehmen, damit er ihm dabei zur Hand gehen konnte. Seit er dreizehn ist, darf er aber selbständig unterwegs sein. Mit einem netten regelmäßigen Taschengeld auf dem Weg zum Realschulabschluss. „Im Winter ist es schon hart, wenn der Wagen schwer von Schnee oder Hagel ist und die Wege gefroren“, grinst er, zum Zeitpunkt der Aufnahme im warmen Frühlingssonnenschein. Auch bei Starkregen fehle manchmal die Motivation, doch: „Wat mutt, dat mutt.“ Da helfe sein Vater auch immer noch gern mal als Fahrer aus. Nur die freilaufenden Hunde auf den Grundstücken machen ihm manchmal Sorgen, „es gibt schon wahre Riesen hier.“ Am heftigsten erschreckt hat sich der 15-Jährige bislang aber vor einem Reh: „Das sprang direkt vor mir aus einer Einfahrt und wir standen uns plötzlich Auge in Auge gegenüber – nach dem ersten Entsetzen war es aber auch ein sehr schöner Moment.“

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